Niedermoor bei WürzburgFeuchtstandorte sind vielseitig, haben aber die ständige, bis zu den Wurzeln der Vegetation reichende Wasserversorgung gemeinsam.
Diese Eigenschaft macht  Feuchtstandorte zu einer Art Wasserspeicher der Umgebung. Außerdem bieten sie als Übergangszone zwischen Nässe und Trockenheit einer artenreichen, an Nässe angepassten Flora und Fauna ein Habitat. Durch den Wandel der Landwirtschaft verarmt die Artenausstattung zunehmend, da wichtige Lebensräume in Vergessenheit geraten und zerstört werden, darunter Feuchtwiesen, Moore und Auen.

 

Feuchtwiesen

Aufgrund der Niederschlagsarmut sind Feuchtwiesenstandorte in der Würzburger Gegend nur selten zu finden. Dennoch finden sich einige Beispiele auch hier, wie beispielsweise in der Gramschatzer Gegend.
Feuchtwiesen, die nur durch menschliche Nutzung entstanden sind, werden durch ein- bis zweimalige Mahd traditionellerweise zur Gewinnung von Streu und Viehfutter genutzt. Die auf Feuchtwiesen charakteristisch vorkommenden Pflanzenarten sind auf eine jährliche Mahd angewiesen, da dadurch geeignete Lichtverhältnisse für ihre Entwicklung geschaffen werden und dominantere Arten in ihrer Ausbreitung gestört werden.

Heutzutage sind Feuchtwiesenhabitate stark im Rückgang. Es erfolgt der Umbruch zu Äckern oder die Wiesen werden zu Fettwiesen gedüngt. Haben die Standorte keine Funktion in der modernen Landwirtschaft, werden sie aufgegeben und durch die fehlende Mahd kommt es rasch zur Sukzession durch dominantere Pflanzen und die Wiesen verbuschen zunehmend.

Durch Renaturierungsmaßnahmen wie Wiedervernässung und Entbuschung sowie die nachfolgende Nachahmung der traditionellen Bewirtschaftungspraktiken, kann der Lebensraum Feuchtwiese erhalten werden.

Moore

Auch Moore sind stark gefährdet. Sie entstehen dadurch, dass durch die ständige Nässe nicht genug Sauerstoff vorhanden ist, um Pflanzenreste vollständig abzubauen. Auf diese Weise entsteht Torf, der traditionell als Heizmaterial abgebaut und verwendet wurde und bis heute im Gartenbau als Kultursubstrat genutzt wird. Der Abbau von Torf geht mit einer Entwässerung und damit Zerstörung der Moore einher. Die dort lebenden, nässeliebenden Arten werden verdrängt und es kommt zum Ausstoß von großen Mengen an CO2, das nachhaltig das Klima schädigt. Zwar werden in Deutschland keine Moore mehr zur Gewinnung von Torf entwässert und zerstört, doch bestehende Beschädigungen sind nur schwer zu beheben.

Zur Wiedervernässung der Moore müssen die Entwässerungsgräben geschlossen werden. Durch die zurückkehrende Nässe wird die Folgevegetation verdrängt und moortypische Pflanzen können sich wieder ansiedeln. Dieser Prozess der Renaturierung kann sich über mehrere Jahrzehnte erstrecken, die vollständige Wiederherstellung dauert hingegen mehrere Jahrhunderte und Jahrtausende.

In der Würzburger Gegend sind nur wenige, kleinflächige Niedermoore zu finden, die durch den Zufluss von Grundwasser und Staunässe entstehen. Da Hochmoore allein durch Niederschläge gespeist werden und diese in Würzburg rar sind, kommt dieser Landschaftstyp hier nicht vor.