Exkursion mit dem Vorstand des Landschaftspflegeverbandes am 28. April 2026
Schlüsselfaktor Beweidung und Waldrandgestaltung für die Artenvielfalt – Beispiel Leinach
2026 ist das internationale Hirten- und Hutungsjahr: es spricht für die Bedeutung der Hirten und Weidetiere für den Erhalt der Artenvielfalt in unserer Landschaft weltweit. Durch naturnahe Beweidung wird die Landschaft wie vor dem Eingriff des Menschen offengehalten. Die Vielfalt auf den Weiden hat sich über Jahrtausende gebildet und wird durch Fortführung der naturnahen Beweidung erhalten bzw. auch wiederhergestellt. Durch den Dung der Tiere werden zusätzlich viele Insekten und deren Fressfeinde wie der Star oder Wiedehopf angelockt. Der Boden unter einer Weide ist gut durchwurzelt und kann deutlich mehr CO2 binden als ein Wald. Auch können Starkregen durch Weiden und Wiesen gut abgefangen werden – ein Aspekt, der für Orte im Landkreis Würzburg von Bedeutung ist. Zum Beispiel für einen Ort wie Leinach, wo der LPV Würzburg e.V. mit ehrenamtlichem Vorstand, Hauptamtlichen und Gästen eine Exkursion unternommen hat.
Bei der etwa zweistündigen Führung mit LPV-Vorstandsvorsitzendem Landrat Thomas Eberth an der Spitze wurde beispielsweise eine Weide am Hang des Königsbergs besichtigt. Der Hang wird von der Familie Gersitz aus Leinach mit Fränkischem Gelbvieh offengehalten. Noch bis vor drei Jahren war der Bereich verbuscht, nach der Freistellung erfolgte die anschließende Beweidung durch Rinder. Die beiden Töchter Gersitz erzählen von ihrem Einsatz und ihrer Erfahrung mit Fränkischen Gelbvieh rings um Leinach an artenreichen, aber schwer zugänglichen Hängen. Obwohl der Aufwand hoch ist und der finanzielle Gewinn über den Vertragsnaturschutz nur mäßig bis gering einzuschätzen ist, wollen die beiden jungen Landwirtinnen zum Wohle der Artenvielfalt rund um Leinach ihren Einsatz mit dem Fränkischen Gelbvieh fortsetzen. Sie freuen sich an dem Anblick der alten heimischen Rinderrasse auf den bunten Weiden, wissen aber auch, dass sie damit einen Beitrag zum Erhalt heimischer Robustrassen beitragen. Ebenfalls begangen wurden Flächen am Waldrand Volkenberg, auf denen nach einer Freistellung licht- und wärmegebunden Arten von der Auflichtung des Waldrandbereiches profitieren. Die Auflichtung entspricht den Vorgaben des für das Gebiet vorliegenden Managementplanes. Zur Offenhaltung wäre hier auch eine Beweidung denkbar und als sinnvoll eingestuft, alternativ werden die Flächen durch eine maschinelle wiederholte Bearbeitung offengehalten. Beide Optionen sind für die Sicherstellung der ökologischen Bedeutung und Artenvielfalt der Lebensräume essentiell – bei entsprechendem Aufwand und Kosten.
Um der Bevölkerung diese wichtigen Zusammenhänge näher zu bringen, wurde von den LPV Würzburg und Main-Spessart ein Schulprojekt zum Thema Beweidung initiiert. Die Bedeutung der Beweidung für den Erhalt der Artenvielfalt in unserer Landschaft kann dadurch Kindern und ihren Familien eindrücklich vermittelt werden. Die ansprechenden großformatigen Zeichnungen sind beispielsweise verwendbar mit dem Kamishibai-Erzähltheater und erklären die Bedeutung einer naturnahen Beweidung mit Rindern oder Schafen und Ziegen. Die Materialien können in Grundschule oder Kindergarten eingesetzt werden, aktuell werden Fortbildungen angeboten. Bestenfalls gehen die Grundschulklassen zu den Weiden und Weidetierhaltern in der Nähe, so wie eine Leinacher Grundschule in Begleitung der Gebietsbetreuung Muschelkalk bald zur Familie Gersitz zu Besuch kommen wird, um im direkten Austausch mit den Experten mehr über Beweidung und ihren Beitrag zur Artenvielfalt zu erleben.
Bei Interesse an einer Fortbildung für den Einsatz der Materialien für die naturnahe Beweidung in Grundschulen oder Kindergärten wenden Sie sich an: Christiane Brandt (Gebietsbetreuerin Muschelkalk) brandt-floren@web.de, Telefon 01 52 - 09 14 12 13
Die Fotos stammen von Almut Kellermann, www.fraucontent.de
vielen Dank!
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